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Artikel in der PNP: Passauer THW-Techniker hilft den Syrern

Veröffentlicht von F. Hertel am 02.05.2013
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Artikel: PNP, Passau Stadt vom 18.04.2013 (Julia Ried)

180 000 Menschen haben offiziell auf den neun Quadratkilometern des jordanischen Flüchtlingslagers Al Zaatari vor dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien Zuflucht gefunden. Dort haben sie ein Zeltdach über dem Kopf, ihnen stehen Toiletten und Duschen zur Verfügung, sie bekommen Essen, aber auch Windeln für ihre Kinder und anderes für den täglichen Bedarf.

Dass der Alltag im Camp funktioniert, dazu hat auch ein Passauer beigetragen: Der 28-jährige Marinus Baumann war vier Wochen lang für das Technische Hilfswerk (THW) in Al Zaatari im Einsatz. Er gehört zu den 1300 THW-Auslandskräften; insgesamt hat die Organisation, die in Deutschland beispielsweise bei Hochwasser und Schneechaos hilft, nach eigenen Angaben insgesamt rund 40 000 aktive Ehrenamtliche. Ins Ausland schickt es Leute immer dann, wenn ein Land um internationale Hilfe bittet, etwa über die Vereinten Nationen oder die EU.

Einsätze in Liberia, Ägypten und Jordanien

Pünktlich zum Semesterbeginn in dieser Woche ist Baumann wieder zurück in seinem normalen Leben. Der junge Mann, der in Grafing bei München aufgewachsen ist und für Schule und Uni nach Passau kam, studiert Staatswissenschaften. Beim THW ist er schon, als er noch in seinem erlernten Beruf als Landmaschinenmechaniker arbeitet. "Ich wollte immer schon zum THW gehen", erzählt er. Dort könne er sein technisches Interesse und seine Freude daran, anderen zu helfen, verbinden. Statt für den Wehrdienst beim Bund verpflichtet er sich deshalb für sechs Jahre bei den Katastrophenschützern − und bleibt auch danach dabei.

Dass er für das THW auch ins Ausland gehen kann, erfährt er, als für ein Projekt im westafrikanischen Liberia Landmaschinenmechaniker gesucht werden. 2005 absolviert er die Zusatzausbildung. In dem Kurs erlernen die Teilnehmer unter anderem interkulturelle Kompetenzen, bekommen eine Einführung in das System der Vereinten Nationen und müssen in einem Rollenspiel ihre Fähigkeit, Stress zu ertragen, unter Beweis stellen. Seitdem ist Baumann der einzige mit diesem "Expertenstatus" unter den zirka 60 Ehrenamtlichen des Passauer Ortsverbands.

Das THW schickt Baumann gleich 2005 in einen Einsatz: Mehrmals reist er für mehrere Wochen nach Liberia, um sich dort in der vom Bürgerkrieg verwüsteten Hauptstadt Monrovia um die Generatoren für die Energieversorgung der UN-Friedenstruppen zu kümmern; insgesamt arbeitet er 13 Monate dort. 2011 verbringt er vier Wochen in Ägypten und unterstützt das UN-Flüchtlingshilfswerk beim Aufbau von Camps für Menschen aus Somalia.

Am 8. März 2013 landet sein Flieger in Jordanien. Wie immer ist Baumann vorbereitet. Er hat nicht nur Anweisung bekommen, welche Impfungen er auffrischen muss, sondern auch viel zu lesen über Bevölkerungsstruktur, Religion, Sitten und Gebräuche in seiner Zielregion. Er weiß, warum das Leben im Camp für die Syrer vielleicht noch schwieriger ist als für andere Flüchtlinge: "Die Menschen sind tief gefallen", erklärt Baumann. Zuhause hätten sie einen Lebensstandard, der mit dem europäischen vergleichbar sei. Nun präge das Schlangestehen ihren Alltag und das Warten darauf, dass sie wieder zurück können in die Heimat. Ihre Freundlichkeit hätten die Menschen trotzdem nicht verloren, betont Baumann: "Man ist öfter zu Tee und Kaffee eingeladen, als man Zeit dafür hat."

48 Stunden in der Woche arbeiten die THW-Helfer aus Deutschland; gut ein Dutzend sind es, schätzt Baumann. Er ist dort ist gut zwei Wochen lang für die Logistik aller Waren zuständig, bei denen es sich nicht um Nahrungsmittel handelt, von Babysets bis zu Decken. In der restlichen Zeit kümmert er sich um die Sanitäranlagen.

Marinus Baumann wird sich auch in Zukunft wieder ins Flugzeug setzen, um Klos und Generatoren zu reparieren: "Weil ich daran glaube, dass wir gute Arbeit leisten." Nach dem Abschluss seines Studiums würde er sich gerne beruflich der Entwicklungszusammenarbeit widmen, allerdings Freundin und Familie zuliebe nicht unbedingt für die Vereinten Nationen − denn dann wäre er nur noch unterwegs.

Zuletzt geändert am: 02.05.2013 um 18:34

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